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2025 - Astrologische Werkstatt

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Katharina Huber-Roesler
Astrologin SFER  Fachmitglied SAB
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Gedanken Archiv
Monat Dezember 2025

Liebe Leserinnen und Leser
Sitzen  Sie jeden Tag 10 Minuten hin, um nichts zu denken und nichts zu tun?  Eine Ärztin, die über das gesunde Alter forscht, weiss: wenn wir uns  jeden Tag diese Minuten nehmen, wird unser Immunsystem gestärkt und die  Gefahr von Entzündungen wird massiv gesenkt. Dies gilt für Alt und Jung.
 
Die  Adventszeit eignet sich ausgezeichnet für diesen Vorschlag. Wir wollen  in dieser Zeit innhalten, uns entspannen und uns auf Weihnachten  vorbereiten. Die alten, wunderschönen Weihnachtslieder und die  Geschichten hören und lesen, das lässt uns in längst vergangene Zeiten  reisen.
 
Ich habe anfangs dieser Woche, in der 6. Klasse, eine Runde zu Weihnachten mit der Frage, »Was ist euch das Wichtigste in der Weihnachtszeit»  angeregt. Es war klar: die Geschenke im Adventskalender und dann die  Weihnachtsgeschenke, die sind wichtig. Die meisten wissen schon was sie  bekommen werden: Ein neues Handy von der Grossmutter oder ein  Computerspiel irgendwelcher Art von den Eltern. Das waren die ersten  Meldungen, die wir in der Runde besprachen.
 
Was  das Wichtigste für diese Kinder ist, das wurde erst in einem weiteren  Gespräch klar: die Familie sitzt zusammen, die Grossmutter oder der  Vater erzählt eine Weihnachtsgeschichte, es gibt vielleicht Raclette,  meistens Fondue Chinoise und alle sind friedlich und in bester Stimmung.  Ein Schüler meinte, dass er es toll finde, später ins Bett gehen  müssen, und er mit seinen Grosseltern in die Mitternachtsmette gehen  dürfe!
 
Die Erwartungen auf  Weihnachten sind seit Jahren dieselben. Das friedliche Zusammensein der  ganzen Familie, die Musik und das feine Essen ist an vorderster Stelle.  Die Geschenke, so meinte Alessia etwas kleinlaut, seien ja gar keine  Überraschung mehr. Letzte Weihnachten hätte sie etwas sehr viel  Schöneres erlebt, nämlich als sie ein Lied vorgetragen habe, hätte ihre  Grossmutter geweint. Das werde sie nie vergessen, so erzählte sie uns.
 
Die  anderen Schüler und Schülerinnen erzählten auch von ihren  eindrücklichen Weihnachtsmomenten; die meisten hatten nichts mit  Geschenken und Geld zu tun.
 
Schenken  wir doch unseren Kindern und Enkelkindern Weihnachts-Zeit und  bleibend-liebevolle Weihnachts-Momente! Die kosten nichts und sind  kostbarer als alles andere.
 
Ich wünsche ihnen einen wundersamen und besonderen Dezember.

Monat November 2025

Liebe Leserinnen und Leser
Seit  dem letzten August bin ich wieder in Bäch in der Primarschule tätig.  Ein kleines, wunderschön gelegenes Schulhaus, in meinen Augen das  Schönste überhaupt.
Der Pausenplatz ist eine grosse Wiese mit  vielen Geräten zum Turnen, direkt am See. Eine rote, unsichtbare  Grenze, die alle Kinder kennen, verhindert, dass Kinder in den See  fallen würden.
 
Fast alle Schüler und Schülerinnen kennen sich untereinander, auch ich kenne Kinder, die ich nicht unterrichte.
 
Ich  stehe jeweils nach dem Pausenende im Gang vor meiner Zimmertür. Beim  Läuten stürzen die Kinder ins Haus. Was denken Sie, wer rennt zuerst die  Treppe hoch? Richtig! Die Erstklasskinder, jubelnd, fröhlich, laut!

Dann  geht es weiter, den Schluss macht die 6. Klasse, meditativ wandern sie  dem Haus entgegen bis in ihre Zimmer. Warum ist das wohl so? Freuen sich  die 6. Klässler- und Klässlerinnen nicht mehr auf die Schule? Sicher  ist ihnen anderes wichtiger. Sie verabreden sich in der Pause, es werden  Probleme gewälzt und Erlebnisse ausgetauscht.
 
Hin und  wieder müssen Lehrpersonen eingreifen, wenn es zu heftigen Diskussionen,  sprich Streitereien, kommt. Das gibt es nicht viele Male, meistens  machen die Kinder selber wieder Frieden.

Bei  einem Vorfall anderer Art mussten Lehrpersonen schnell eingreifen. Vor  ein paar Wochen kletterte ein Schüler auf ein Barackendach, wie, das war  nicht ganz klar. Wahrscheinlich stand irgendein Harass dort, der dann  von den Arbeitern weggenommen wurde. So kam der Schüler wohl aufs Dach,  aber nicht mehr runter.
Es wurde ihm von zwei Lehrern eine  Leiter organisiert und Hilfe geleistet, damit er unverletzt diesen  Ausflug beenden konnte. Das Donnerwetter, das der Schüler nachher hören  musste, können sie sich ja vorstellen.

Die  Pausen, vor allem in der Mittelstufe, sind wesentlich wichtiger als die  Lektionen. Sie fördern das Zusammensein der Kinder, es wird auch darauf  geachtet, dass alle Kinder an die frische Luft gehen, sich neue  Inspirationen holen und sich entspannen können.
 
In den  unteren Klassen ist das Spielen an den Geräten fast notwendig. Die  Kinder bewegen sich, laut, fröhlich und holen sich die Kraft für die  nächsten Lektionen.

Ich wünsche Ihnen einen erlebnisreichen November

Monat Oktober 2025

Liebe Leserinnen und Leser
In  der 5. Klasse denken wir über die Themen Solidarität und Frieden in der  Welt nach. Im Zuge meiner Vorbereitungen habe ich einen berührenden  Kurzfilm dazu gefunden. «On other pair of shoes»
Der  Film wurde von einem ägyptischen Filmer gedreht, fast wortlos und mit  sehr eindrücklichen Bildern. Der Film ist im Wirken des Lebens Mahatma  Gandhis entstanden und erzählt.
 
Ein  Knabe, nennen wir ihn Teti, mit total kaputten Flipflops, bekommt auf  eine besondere Art und Weise ein Paar teure Lederschuhe geschenkt.
Ein  reicher Internatsschüler mit wunderschönen Schuhen verliert einen Schuh  im Gedränge in einem Bahnhof. Alle wollten in den abfahrenden Zug  einsteigen und dabei wurde dem Knaben den einen Schuh vom Fuss gerissen.
 
Der  Schuh liegt auf dem Perron und der Zug fährt weg. Trotz einiger  Versuche des zurückbleibenden, mittlerweile barfüssigen Teti, den Schuh  in den fahrenden Zug zu werfen, blieb der Schuh auf dem Perron liegen.
 
Im  letzten Moment wirft der wegfahrende Schüler sein anderer Schuh  ebenfalls auf den Perron. Teti kommt so zu einem wunderschönen Paar  Lederschuhe. Strahlend schaute er dem wegfahrenden Zug nach, die beiden  Knaben werden sich vermutlich nie mehr sehen.

Der ganze Kurzfilm ist sehr still und einnehmend gedreht, und gefällt den Kindern gut.
 
Es  gab im Anschluss des Films eine lebendige Diskussion über Gutes tun  ohne etwas dafür zu bekommen, über den Reichtum, die Ungerechtigkeiten  und über die Bedeutung der Schuhe im Allgemeinen.
 
Es  fiel den SchülerInnen eher schwer, etwas zu finden, was sie jemanden in  den nächsten Tagen Gutes tun könnten. Das fällt uns auch nicht immer  leicht, wichtig aber erscheint mir, dran zu bleiben, Fröhliches und  Helles in die Welt zu bringen. Das wird uns allen gut tun.

Ich wünsche ihnen einen schönen Herbstmonat.

Monat September 2025

Liebe Leserinnen und Leser
Haben  sie die Perseiden gesehen? Das ist der grosse Sternschnuppen-Regen im  August. Das Verglühen von tausenden Meteoriten beim Eintritt in die  Atmosphäre wird uns als ein wunderschönes Spektakel präsentiert.
 
Ich  habe dieses Jahr keine einzige Sternschnuppe gesehen, obwohl ich mitten  in der Nacht draussen im Garten lag und in den Himmel schaute. Es war  aber viel zu hell, der Vollmond hat uns allen ein Schnippchen geschlagen  indem er den Himmel fast taghell beleuchtete.

Wir  wurden dann aber entschädigt: eine andere wunderbare Erscheinung war am  Himmel zu beobachten. Die Venus machte mit dem Jupiter eine sichtbare Konjunktion, das heisst, dass wir die beiden ganz nah beieinander sehen  konnten.
Selbstredend sind die Venus und der Jupiter nicht auf  der gleichen Umlaufbahn, der Jupiter ist 550-900 Mio km von der Venus  entfernt. Die Venus ihrerseits ist ca. 40 Mio km von der Erde entfernt.  Der Schönheit dieses Ereignisses tut dies aber keinen Abbruch. Viele  Sterngucker und Sternguckerinnen waren begeistert. Sie sicher auch!
 
Aus  astrologischer Sicht, je nach eigenem Horoskop, ist dies eine  freundliche Konstellation die uns die Energie gibt unser Leben nach  unserem Gusto einzurichten. Vielleicht auch bei ihnen persönlich? In  ihrer Familie? An ihrer Arbeitsstelle?
 
Die positiven  Möglichkeiten wären, optimistisch und weitblickend in die Zukunft zu  schauen und die eigenen Wünsche kundtun können. Es ist ihnen vielleicht aufgefallen, dass sie besser wussten was ihnen guttut, dass sie in ihren  Beziehungen sagen konnten, was für sie bekömmlich und angenehm ist und  was sie ändern wollen. Die einfachste Art dies herauszufinden wäre,  aufmerksam zu beobachten was sie am liebsten essen, dann wird es  möglich, das auch in anderen Bereichen zu tun.
 
Weltweit  wurde der Jupiter in dieser Zeit eher von seiner schwierigen Seite  wahrgenommen: grösser werden, reicher werden, immer Recht-haben-wollen  und übers Ziel hinausschiessen.
 
Langsam entfernt sich die  Venus vom Jupiter, die Frage aber wird bleiben, was habe ich am  liebsten, was tut mir gut? Wie kann ich das erreichen, um mein Leben so  gestalten, dass ich glücklich und zufrieden sein kann.
 
Dazu wünsche ich uns allen viel Erfolg.

Monat August 2025

Liebe Leserinnen und Leser
Wie Sie sicher schon  manchmal in meinen Gedanken gelesen habe, fahre ich hin und wieder mit  der S-Bahn. Oft ergeben sich nette Gespräche mit Mitreisenden oder ich  beobachte sie. Das mache ich gern und übe mich dabei, wertfrei und  zugewandt zu bleiben. Auch wenn das manchmal schwierig ist.
 
Vor  ein paar Tagen war es wieder einmal so weit, ich wollte mit dem Zug  nach Zürich fahren. Eine Mutter kam mit ihrem etwa vier-jährigen Knaben  die Treppe hinauf, aufs Perron. Der Kleine hatte eine Blockflöte im Mund  und blies mit voller Puste in das Instrument. Die Flöte kreischte,  liess Quitschtöne hören, laut und ohrenbetäubend. Die Leute auf dem  Perron schauten erschrocken um, sahen aber, wie ich auch, da ist ja die  Mutter dabei, sie wird dem Kleinen schon sagen, wann es genug sein wird.  Es geschah aber nichts, der Kleine malträtierte ununterbrochen die  Flöte.
«Manuel, hör doch auf».
Diese Aufforderung  der Mutter verhallte wirkungslos. Soll ich etwas sagen? Ich schaute die  andern an, niemand machte irgendwelche Anstalten etwas zu unternehmen.  Nach unendlich langen Minuten hatte auch die Mutter genug. «Komm her,  Manuel». Lustlos schlenderte das Kind seiner Mutter entgegen, immer noch  die Blockflöte im Mund. Die Mutter nahm ihm unsanft die Flöte weg: was  für eine Ruhe auf dem Perron.

Dann machte ich  aber grosse Augen und schüttelte den Kopf: Die Mutter gab ihrem Kind  statt der Blockflöte ein Plastikgewehr in die Hand. Der Kleine war zufrieden, fuchtelte herum und zielte mit dem Gewehr auf die Mutter. Sie  nahm lächelnd den Gewehrlauf in die Hand und führte den von sich weg.
 
Es  blieb ruhig und alle rundherum atmeten auf. Ein junger Mann ging zur  Mutter hin, redete ein paar Worte und stieg dann in den Zug. Was er  gesagt hat konnte ich leider nicht hören. Ich sah, dass die Frau den  Kleinen an die Hand nahm, das Plastikgewehr und die Flöte in die Tasche  verschwinden liess und ihre Reise Richtung Zürich antrat.
 
Nachdenklich  stieg auch ich in den Zug: Gewehr gegen Flöte? Oder besser: Töne und  Musik gegen Gewalt? Da kommen mir einige uralte Geschichten, biblische und alltägliche in den Sinn! Ihnen auch?

Ich wünsche Ihnen einen angenehm-musikalischen, neugierig-machenden August.

Monat Juli 2025

Liebe Leserinnen und Leser
Kennen  Sie Louis Braille, den 16-jährigen Schüler der vor 200 Jahren eine  bahnbrechende Erfindung machte? Die Brailleschrift ist in der heutigen  Welt so selbstverständlich wie viele andere Schriften. Mit dieser  Schrift können blinde Menschen Texte lesen und schreiben.
Louis  Braille wurde 1809 in Nordfrankreich als Sohn eines Sattlers geboren.  Sein Wissensdurst liess ihn heimlich, schon mit 3 Jahren, in die  Werkstatt seines Vaters gehen. Sein Vater, der die Gefahren seiner  hochgefährlichen spitzen Werkzeuge kannte, hatte ihm verboten allein in  seine Arbeitswelt einzudringen.
 
Und in dieser Werkstatt  geschah dann der schicksalshafte Unfall, als Louis versuchte, das harte  Leder zu durchlöchern. Er rutschte mit der Ahle ab und verletzte dabei  sein Auge schwer. Weil sich dann das andere Auge auch noch entzündete,  wurde er vollständig blind.
 
Sein Vater konstruierte einen  Stock für ihn damit er sich frei im Dorf bewegen konnte. Louis lebte so  fast normal weiter und war auch ohne Augenlicht einer der Besten in der  Schule.
Mit 10 Jahren durfte Louis nach Paris in die erste  Blindenschule der Welt. Dort wurden mit Bleiklötzchen die gängigen  Buchstaben in dickes Papier geprägt. Das war allerdings sehr kompliziert  zu lesen und die Bücher wurden dadurch sehr schwer.
 
Louis  wurde neugierig, er wollte diese Schrift leichter und einfacher machen.  Dabei lernte er die sogenannte Nachtschrift kennen, die Charles Barbiers  für die Armee erfand. Das ist ein schwieriges System mit Punkten, die  in Karton gestanzt wurden. Louis begann an dieser Methode weiter zu  tüfteln und zu knobeln, oft nächtelang, weil er die Schulstunden auf  keinen Fall verpassen wollte.
 
In den Sommerferien 1824 hatte der Junge dann den entscheidenden Einfall.
 
Der  mittlerweile 15-jährige Louis sass in Vaters Werkstatt und drückte mit  einer dicken Nadel Punkte ins Leder, angeordnet wie eine 6 auf einem  Würfel!
 
Louis jubelte, der Grundstein seiner Entdeckung war  gemacht. Mit diesem Prinzip konnte er 63 Zeichen darstellen. Nach vielen  Wirren und Hindernissen wurde die Brailleschrift aber erst 1878 zur  offiziellen Unterrichtsschrift weltweit anerkannt.
Louis Braille konnte seinen Erfolg nicht mehr feiern, er starb 1876 an Tuberkulose.
 
Der  16-jähriger Schüler Louis verhalf so, mit viel Verve und Freude, den  blinden Menschen zu einem Zugang zur sehenden Welt. Was für eine  Leistung!
 
Ich wünsche Ihnen eine frohe Ferienzeit mit vielen, interessanten Leseausflügen.

Monat Juni 2025

Liebe Leserinnen und Leser
Haben  sie, wie ich, immer etwas Bargeld im Portemonnaie? Auch in dieser Zeit,  in der wir (fast) alles digital bezahlen können, habe ich Geld in  meiner Tasche.
Ich werde  jeweils an der Migroskasse gefragt ob ich mit der Karte zahlen wolle.  «Nein», so meine Antwort, «ich zahle von Hand». Die Kassiererin lacht  jeweils, und meint, dass doch alle von Hand zahlen würden, meistens mit  der Karte.

Die  Kassiererin kennt den Ausdruck »Handgeld» wohl nicht. Das Bargeld, das  im Portemonnaie, oder in der Manteltasche ist, hat heute immer noch  seine Berechtigung.

Ursprünglich  ist das Handgeld ein kleiner Betrag, der bei einem mündlichen Vertrag  unmittelbar nach dem Handschlag bezahlt wird. An der Kasse ist es mein Zahlungsmittel. Ich kaufe ein und bezahle meinen Einkauf sofort in bar.

Wie  wichtig dieses Handgeld ist, habe ich am letzten Donnerstag im Zentrum  der Stadt Zürich erfahren. Die ganze Umgebung des Bellevues mit dem  gesamten Bahnhof Stadelhofen waren ohne Strom. Die Geschäfte mit den  automatischen Türen waren geschlossen, einzig eine Bar, deren Türen  manuell zu bedienen sind, hatten Gäste. Das Problem war dort die  Bezahlung, und da kommt mein Handgeld zum Zuge. Die Konsumation konnte  nur mit Bargeld bezahlt werden, das Zusammenzählen der verschiedenen  Getränke musste mit dem Rechner, oder noch besser, im Kopf gemacht  werden.

Die  Bancomate, die Rolltreppen, die Lifte, die Trams und die Anzeigetafeln  der Züge: nichts funktionierte mehr. Die Ansagen der einfahrenden Züge  waren noch knapp zu hören, bis auch diese verstummten. Man solle doch  bitte die Angaben an den Zügen lesen, bat uns die Stimme aus dem  Lautsprecher.

Eine  ältere Frau, die mit dem Velo in den Zug wollte, musste ihr Vehikel die  Treppe runter- und auf der anderen Seite wieder hinauftragen. Zwei  junge Frauen halfen ihr freundlicherweise, so blieben auch die  Gegenstände im Korb auf dem Gepäckträger.

Meine  Befürchtung, dass die Züge nicht fahren würden, war unnötig. Die SBB  hat ein eigenes Stromnetz, zum Glück. Die unangenehme, ein paar Stunden dauernde Situation gab mir zu denken, und machte mich fast froh! Hätte  ich nämlich, unüblicherweise, in die besagte Bar gehen wollen, ich hätte  das, dank meinem Handgeld in der Tasche, machen können!

Ich wünsche Ihnen einen interessanten, fröhlichen Monat, mit immer etwas Handgeld in der Tasche!

Monat Mai 2025

Liebe Leserinnen und Leser
«Alles  neu macht der Mai, macht die Seele frisch und frei.» Kennen Sie dieses  alte Kinderlied, das schon 1829 getextet wurde? Die Melodie ist dieselbe  wie vom ebenso alten « Hänschen klein».  
Haben wir nicht oft  die Sehnsucht, dass alles neu würde? Frisch und frei von allen Sorgen  und Nöten zu sein? Nun, das wissen wir, so einfach geht es sicher nicht,  aber es gibt Möglichkeiten diese Sehnsucht ein bisschen zu stillen.
Es  fühlt sich doch irgendwie neu an, wenn wir unseren Kleiderschrank  wieder einmal ausgemistet haben, wenn wir die Fenster vom winterlichen  Schmutz gereinigt haben und die Wohnung blitzblank glänzend geputzt ist.
 
In  den Frühlingsferien ordne ich die Schularbeitsblätter neu, alle die alt  und nicht mehr aktuell sind, gehen weg. Es gibt Platz für neue  Materialien und letztendlich auch für neue, weiterführende Gedanken.
Ich  habe jedes Mal ein gutes Gefühl, wenn ich diese Aktion gemacht habe.  Dann ist alles wie neu, frisch und schön beschriftet, das erfreut meine  Seele und meinen Geist.
 
Dann kommt auch der Körper dran der  neu werden will. Er ruft förmlich nach entlastendem Essen. Da könnten  wir doch eine gesunde und frische Ernährung gut brauchen! Sie wird  unseren Körper leistungsfähiger und munterer machen.
 
Alle  unsere Beziehungen wollen vielleicht auch neugestaltet werden. Wollten  wir nicht schon längst mal mit einer Freundin oder einem Freund eine  unbekannte Schweizer Stadt besuchen? Neue Ideen und Abenteuer beleben  eine Freundschaft und geben ihr interessante Impulse.
 
So  können wir unser Leben etwas erneuern und frischen Ideen Platz machen.  Was dann die ganze Welt macht, ob sie neu und besser wird, müssen wir  den Mächtigen dieser Erde überlassen, in der Hoffnung, dass sie mit  «neu» auch Positives und Menschenfreundliches anstreben werden.
 
Ich wünsche Ihnen für den kommenden Monat Mai viele neue Gedanken und Taten: damit ihre Seele frisch und frei werden wird.

Monat April 2025

Liebe Leserinnen und Leser
Kennen  Sie die älteste Bibliothek in Europa? Das älteste Stiftsarchiv? Die  bestdokumentierte Gegend vom Bodensee bis nach St. Gallen?
 
Wenn nicht, besuchen sie St. Gallen mit dem Stiftsarchiv, der Bibliothek und der Kathedrale.
 
Die  ersten Schriften sind ca. 720 n.Chr. datiert, unzählige  Schenkungsurkunden ans Kloster und Heiligen-Geschichten sind  anzuschauen: alle von Hand, mit Federkiel geschrieben.

Traditionsmässig besuchte die 3. Oberstufe von Pfäffikon SZ im Frühjahr den Klosterbezirk von St. Gallen.
 
Die  Bibliothek ist bei unserem Rundgang die erste Station. Die ganz aus  Holz gebaute Bibliothek zeigt neben den unzähligen Büchern den berühmten  Globus und die fast 2600 Jahre alte ägyptische Mumie. Die Teens waren  sehr beeindruckt, vor allem wie alt all diese Schätze sind.
 
Die  Frage eines Schülers ob die Mumie wirklich echt sei, liess uns alle  einen leichten Gruselschauer über den Rücken laufen! Die Mumie, so die  Forscher, war die Tochter eines ägyptischen Priesters. Sie hat sogar einen Namen: Schepenese, geboren zwischen 650-610 vor Chr.

Der Leiter der Führung war ein sehr engagierter, ehemaliger Lehrer. Er nahm  die Teens in seine Ausführungen mit, was sehr entspannend und  interessant war. Er liess sie sogar «den Mord im Kloster» nachspielen,  was uns alle belustigte. Gleichzeitig waren wir beeindruckt, was  Forschende alles herausfinden, ist doch dieser Mord wirklich so passiert  und dokumentiert. Die Forschenden konnten die Tat aus den Verletzungen  eines Skelettes herauslesen.
 
Mit  vielen Informationen ging es am Nachmittag in die Katakomben, in denen  die alten Überreste der ersten Bauten ausgestellt sind.
 
Der älteste Plan eines Klosterbezirkes ist das Bijou in den Kellergewölben.
Mit einer hochtechnischen Anlage wird dieses Pergament,  112 x 77,5 cm gross, vor Licht und Feuchtigkeit geschützt. Einen kurzen  Moment lang durften wir einen Blick davon erhaschen. Die ganze Klasse  war sehr beeindruckt.

Für die wunderbare barocke Kathedrale hatten wir nur noch wenig Zeit, das wäre dann für eine nächste Exkursion gedacht!
 
Zufrieden,  fröhlich und entspannt traten wir die Heimreise an, die Feedback im Zug  zeigten uns interessierte, respektvolle junge Menschen. Ein wunderbarer Lichtblick in diesen anspruchsvollen Zeiten.
 
Ich wünsche Ihnen einen fröhlichen Ostermonat

Monat März 2025

Liebe Leserinnen und Leser
 
Wie  viele Male lachen Sie im Verlauf des Tages? Die Statistik erklärt uns,  dass Erwachsene 15 Mal pro Tag lachen, Kinder mit allen Arten des  Lachens, Grinsen, Kichern etc. ca. 400 Mal. Nun, wo ist das Lachen der  Erwachsenen geblieben? Anlässlich des letzten Gottesdienstes vor den  Ferien beschäftigten wir uns in der Schule mit dem Thema «Lachen».
 
In  der Bibel, so stellen wir fest, wird nicht viel gelacht. Das fröhliche  Lachen ist ganz selten, am ehesten in den Sprüchen und den Psalmen. Das  ungläubige oder höhnische Lachen wird an einigen Stellen beschrieben,  zum Beispiel die Sara die ungläubig lacht, als ihr die drei Engel  verkünden, dass sie mit über 70 Jahren einen Sohn gebären würde.
 
Die  Frage, warum Erwachsene weniger lachen als Kinder, konnte die sechste  Klasse nicht schlüssig beantworten. Eine Schülerin sagte, ihre Eltern  hätten mit ihr und ihrem Bruder gar nichts zu lachen.
Sie  hätten Sorgen wegen ihres Bruders, er fände keine Lehrstelle, und sie,  Lara schaffe es nicht, in das von ihren Eltern gewünschte Gymnasium.
 
Es kamen noch einige Meldungen, aber das verlorene Lachen im Laufe des Lebens haben wir nicht gefunden.
 
«Warum  lacht ihr?» fragte ich die SchülerInnen. «Ha», sagte Anna «ich muss  lachen, wenn Marco sagt der Himmel ist blau. Ich finde, vor allem mit  meinen Freundinnen, immer einen Grund zum Lachen.»
 
Wie nahe sich weinen und lachen sind, konnte die Klasse selber erfahren. Wir machten ein Experiment:
Ein Schüler oder eine Schülerin erzählen etwas Lustiges, Witze müssen «anständig» sein. Wir anderen dürfen nicht lachen!
 
Es  gab eine lustige, lebendige Stimmung in der Klasse. Als Sophie einen  Witz übers Sterben im Altersheim erzählte, musste Nils plötzlich weinen,  seine geliebte Grossmutter, so erzählte er, sei kurz vor Weihnachten  gestorben. Nils wurde liebevoll von seinen Freunden getröstet, die  Tränen wurden schnell getrocknet.
 
Ist  es vielleicht mit dem Weinen der Kinder und den Erwachsenen auch so wie  mit dem Lachen? Ist mit dem Lachen auch das Weinen verloren gegangen?  Mit diesen und anderen nachdenklichen Fragen haben wir die Lektion  abgeschlossen, mit dem Wunsch, dass wir viele Lachgelegenheiten in den  Ferien haben werden.
 
Ich wünsche Ihnen einen fröhlichen März mit viel Lachen und Lächeln.

Monat Februar 2025

Liebe Leserinnen und Leser,
Ein Monat des neuen Jahres ist vorbei und ich hoffe, dass sie schöne und erfreuliche Erlebnisse geniessen konnten.
 
Glück,  das grosse Wort, überflutet uns fast, bei jedem Jahreswechsel und bei  jedem Geburtstag. Dann beginne ich mich, sie sich sicher auch zu fragen,  was heisst es Glück zu haben? Kommt es einfach so zu uns, vom Himmel?  Von der Firma? Von unseren Liebsten? Mehr Geld? Ferien in fremden  Landen?
 
Sowohl im TV wie im Radio wurden in diesem ersten  Monat des Jahres einige Diskussionen und Filme zum Thema «Glück»  ausgestrahlt. Sie gaben mir Gedankenanstösse für Gespräche mit meinen  Freundinnen und meiner Familie.
 
Eckhard von Hirschhausen,  der grosse Philanthrop, forscht über das Verhalten der Menschen, deren  Sorgen und deren Glücksgefühle. Er macht dazu Experimente, führt  verschiedene Gespräche, schreibt über seine Beobachtungen und macht  ganze TV-Sendungen.
 
So kam mir Hirschhausen vor ein paar  Tagen auf einer meiner Wanderung in den Sinn. Am Strassenrand, im Gras,  lag ein 50 Rappenstück ich hob es auf und freute mich sehr drüber. Ich  konnte dann mit dieser Münze, am selben Tag noch, die Parkuhr füttern.  Nun, so werden sie zu Recht sagen, 50 Rappen? Was ist denn das schon?  Das stimmt, es wäre noch toller gewesen eine 50er Note zu finden!

Dazu  hat Herr von Hirschhausen Folgendes herausgefunden: das Hormon  Serotonin wird in gleichen Mengen ausgeschüttet ob wir 50 Rappen oder 50  Franken finden. Sie können sogar ihre eigene Münze auf den Boden legen,  weglaufen und nach einer Weile wieder zurückkommen. Sie «finden» dann  die Münze und freuen sich. Dem Hirn ist es egal, ob sie vorher ihre  eigene Münze dorthin gelegt haben.  Sie haben sie «gefunden», und das  ist die Hauptsache. Interessant, oder? Das Lächeln, das dann über ihr  Gesicht huschen wird, ist für das Hirn echt! Das Glücksgefühl ist  aktiviert.
 
Im Rückschluss könnte das tatsächlich heissen,  dass wir dem Glück in ganz kleinen Sachen auf die Sprünge helfen können.  Es geht darum, das Glück zu wollen, dem Glück in unserem Leben einen  Platz geben und uns darum zu kümmern. Wir fassen innerlich den  Entschluss, glücklich zu sein und handeln aus der tiefsten Seele so,  dass das Glück uns tatsächlich besucht.
 
Wir können jeden Tag üben, unseren Entschluss des Glücklichseins zu wollen nähren und versuchen uns an kleinen Dingen zu freuen.
 
Ich wünsche Ihnen im kommenden Monat viele glückliche Momente.

Monat Januar 2025

Liebe Leserinnen und Leser
Kennen  Sie die Amaryllis? Was für eine wunderbare Pflanze! Eine unscheinbare,  bräunliche Knolle mit einem kleinen oder grösseren, grünen Trieb liegt  in den Regalen verschiedener Geschäfte zum Kauf parat.
 
Ich  wähle diese Knolle als ein Symbol für das kommende Jahr. Die Pflanze  macht aus sich heraus eine prächtige rote oder weisse Blüte. Sie braucht  nichts, keine Erde und kein Wasser. Im Wohnzimmer oder irgendwo in der  Wärme wächst sie ohne Aufhebens ihrer Bestimmung entgegen: sie wird  blühen.
 
Sie braucht ihre ganze Kraft, die sie im Laufe ihres  Pflanzenlebens in ihrer Knolle gespeichert hat, sorgfältig und langsam  für ihr Wachstum.
Es dauert einige Wochen bis sie ihre schönen Blüten zeigen kann, zur Freude von uns allen.
 
Wie die Konstellationen in den kommenden fünf Monaten des 2025 sind, könnten wir uns auch wie eine Amaryllis verhalten.
 
Die  persönlichen Planeten, Mars, Venus und Merkur werden nacheinander  rückläufig. Der Mars ist noch bis zum 25.Februar rückläufig, die Venus  beginnt am 3. März ihre Rückläufigkeit und der Merkur am 16. März. Für  all die Entsprechungen dieser drei, gilt eine Zeit des Langsamer-  Werdens und des In-sich-gekehrt-seins.
 
Wir werden vieles  überdenken wollen und uns an alte Geschichten erinnern. Neue Projekte zu  starten sind in dieser Epoche sicher erschwert, es ist noch nicht alles  durchgedacht und noch nicht alles auf dem Tisch. Alte Konflikte können  bereinigt und korrigiert werden, wir können uns von Altlasten befreien  und sind so bereit für Neues.
 
Wir werden uns also die Hilfe  aus unserem Inneren holen und unsere inneren Kräfte der Welt und uns zur  Verfügung stellen. Wir werden unser vergangenes Verhalten überdenken,  innehalten und spüren: Was brauche ich? Was gefällt mir? Was ist nötig  zu ändern und zu erledigen. Es wird alles mehr Zeit brauchen, als wir es  uns wünschen, umso schöner aber wird unsere Blüte, unser Erfolg und  unser Ertrag sein.
 
Schauen Sie sich eine Amaryllis genau an,  verfolgen sie deren Wachstum und deren Erblühen. Es ist ein Wunder,  dass aus so einer kleinen Knolle eine so tolle, phantastische Blüte  wächst: Ohne Wasser und Erde, aus ihrer eigenen Kraft.
 
Ich  wünsche Ihnen ein Jahr voller Wunder, bei denen sie aus sich heraus,  wartend und geduldig, Erfolge, schöne Begegnungen und Ereignisse feiern  können. Dazu wünsche ich ihnen viel Glück und die Gabe die Wunder dann  auch zu sehen.


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