Monat Februar 2025
Gedanken Archiv
Monat Dezember 2025
Liebe Leserinnen und Leser
Sitzen Sie jeden Tag 10 Minuten hin, um nichts zu denken und nichts zu tun? Eine Ärztin, die über das gesunde Alter forscht, weiss: wenn wir uns jeden Tag diese Minuten nehmen, wird unser Immunsystem gestärkt und die Gefahr von Entzündungen wird massiv gesenkt. Dies gilt für Alt und Jung.
Die Adventszeit eignet sich ausgezeichnet für diesen Vorschlag. Wir wollen in dieser Zeit innhalten, uns entspannen und uns auf Weihnachten vorbereiten. Die alten, wunderschönen Weihnachtslieder und die Geschichten hören und lesen, das lässt uns in längst vergangene Zeiten reisen.
Ich habe anfangs dieser Woche, in der 6. Klasse, eine Runde zu Weihnachten mit der Frage, »Was ist euch das Wichtigste in der Weihnachtszeit» angeregt. Es war klar: die Geschenke im Adventskalender und dann die Weihnachtsgeschenke, die sind wichtig. Die meisten wissen schon was sie bekommen werden: Ein neues Handy von der Grossmutter oder ein Computerspiel irgendwelcher Art von den Eltern. Das waren die ersten Meldungen, die wir in der Runde besprachen.
Was das Wichtigste für diese Kinder ist, das wurde erst in einem weiteren Gespräch klar: die Familie sitzt zusammen, die Grossmutter oder der Vater erzählt eine Weihnachtsgeschichte, es gibt vielleicht Raclette, meistens Fondue Chinoise und alle sind friedlich und in bester Stimmung. Ein Schüler meinte, dass er es toll finde, später ins Bett gehen müssen, und er mit seinen Grosseltern in die Mitternachtsmette gehen dürfe!
Die Erwartungen auf Weihnachten sind seit Jahren dieselben. Das friedliche Zusammensein der ganzen Familie, die Musik und das feine Essen ist an vorderster Stelle. Die Geschenke, so meinte Alessia etwas kleinlaut, seien ja gar keine Überraschung mehr. Letzte Weihnachten hätte sie etwas sehr viel Schöneres erlebt, nämlich als sie ein Lied vorgetragen habe, hätte ihre Grossmutter geweint. Das werde sie nie vergessen, so erzählte sie uns.
Die anderen Schüler und Schülerinnen erzählten auch von ihren eindrücklichen Weihnachtsmomenten; die meisten hatten nichts mit Geschenken und Geld zu tun.
Schenken wir doch unseren Kindern und Enkelkindern Weihnachts-Zeit und bleibend-liebevolle Weihnachts-Momente! Die kosten nichts und sind kostbarer als alles andere.
Ich wünsche ihnen einen wundersamen und besonderen Dezember.
Monat November 2025
Liebe Leserinnen und Leser
Seit dem letzten August bin ich wieder in Bäch in der Primarschule tätig. Ein kleines, wunderschön gelegenes Schulhaus, in meinen Augen das Schönste überhaupt.
Der Pausenplatz ist eine grosse Wiese mit vielen Geräten zum Turnen, direkt am See. Eine rote, unsichtbare Grenze, die alle Kinder kennen, verhindert, dass Kinder in den See fallen würden.
Fast alle Schüler und Schülerinnen kennen sich untereinander, auch ich kenne Kinder, die ich nicht unterrichte.
Ich stehe jeweils nach dem Pausenende im Gang vor meiner Zimmertür. Beim Läuten stürzen die Kinder ins Haus. Was denken Sie, wer rennt zuerst die Treppe hoch? Richtig! Die Erstklasskinder, jubelnd, fröhlich, laut!
Dann geht es weiter, den Schluss macht die 6. Klasse, meditativ wandern sie dem Haus entgegen bis in ihre Zimmer. Warum ist das wohl so? Freuen sich die 6. Klässler- und Klässlerinnen nicht mehr auf die Schule? Sicher ist ihnen anderes wichtiger. Sie verabreden sich in der Pause, es werden Probleme gewälzt und Erlebnisse ausgetauscht.
Hin und wieder müssen Lehrpersonen eingreifen, wenn es zu heftigen Diskussionen, sprich Streitereien, kommt. Das gibt es nicht viele Male, meistens machen die Kinder selber wieder Frieden.
Bei einem Vorfall anderer Art mussten Lehrpersonen schnell eingreifen. Vor ein paar Wochen kletterte ein Schüler auf ein Barackendach, wie, das war nicht ganz klar. Wahrscheinlich stand irgendein Harass dort, der dann von den Arbeitern weggenommen wurde. So kam der Schüler wohl aufs Dach, aber nicht mehr runter.
Es wurde ihm von zwei Lehrern eine Leiter organisiert und Hilfe geleistet, damit er unverletzt diesen Ausflug beenden konnte. Das Donnerwetter, das der Schüler nachher hören musste, können sie sich ja vorstellen.
Die Pausen, vor allem in der Mittelstufe, sind wesentlich wichtiger als die Lektionen. Sie fördern das Zusammensein der Kinder, es wird auch darauf geachtet, dass alle Kinder an die frische Luft gehen, sich neue Inspirationen holen und sich entspannen können.
In den unteren Klassen ist das Spielen an den Geräten fast notwendig. Die Kinder bewegen sich, laut, fröhlich und holen sich die Kraft für die nächsten Lektionen.
Ich wünsche Ihnen einen erlebnisreichen November
Monat Oktober 2025
Liebe Leserinnen und Leser
In der 5. Klasse denken wir über die Themen Solidarität und Frieden in der Welt nach. Im Zuge meiner Vorbereitungen habe ich einen berührenden Kurzfilm dazu gefunden. «On other pair of shoes»
Der Film wurde von einem ägyptischen Filmer gedreht, fast wortlos und mit sehr eindrücklichen Bildern. Der Film ist im Wirken des Lebens Mahatma Gandhis entstanden und erzählt.
Ein Knabe, nennen wir ihn Teti, mit total kaputten Flipflops, bekommt auf eine besondere Art und Weise ein Paar teure Lederschuhe geschenkt.
Ein reicher Internatsschüler mit wunderschönen Schuhen verliert einen Schuh im Gedränge in einem Bahnhof. Alle wollten in den abfahrenden Zug einsteigen und dabei wurde dem Knaben den einen Schuh vom Fuss gerissen.
Der Schuh liegt auf dem Perron und der Zug fährt weg. Trotz einiger Versuche des zurückbleibenden, mittlerweile barfüssigen Teti, den Schuh in den fahrenden Zug zu werfen, blieb der Schuh auf dem Perron liegen.
Im letzten Moment wirft der wegfahrende Schüler sein anderer Schuh ebenfalls auf den Perron. Teti kommt so zu einem wunderschönen Paar Lederschuhe. Strahlend schaute er dem wegfahrenden Zug nach, die beiden Knaben werden sich vermutlich nie mehr sehen.
Der ganze Kurzfilm ist sehr still und einnehmend gedreht, und gefällt den Kindern gut.
Es gab im Anschluss des Films eine lebendige Diskussion über Gutes tun ohne etwas dafür zu bekommen, über den Reichtum, die Ungerechtigkeiten und über die Bedeutung der Schuhe im Allgemeinen.
Es fiel den SchülerInnen eher schwer, etwas zu finden, was sie jemanden in den nächsten Tagen Gutes tun könnten. Das fällt uns auch nicht immer leicht, wichtig aber erscheint mir, dran zu bleiben, Fröhliches und Helles in die Welt zu bringen. Das wird uns allen gut tun.
Ich wünsche ihnen einen schönen Herbstmonat.
Monat September 2025
Liebe Leserinnen und Leser
Haben sie die Perseiden gesehen? Das ist der grosse Sternschnuppen-Regen im August. Das Verglühen von tausenden Meteoriten beim Eintritt in die Atmosphäre wird uns als ein wunderschönes Spektakel präsentiert.
Ich habe dieses Jahr keine einzige Sternschnuppe gesehen, obwohl ich mitten in der Nacht draussen im Garten lag und in den Himmel schaute. Es war aber viel zu hell, der Vollmond hat uns allen ein Schnippchen geschlagen indem er den Himmel fast taghell beleuchtete.
Wir wurden dann aber entschädigt: eine andere wunderbare Erscheinung war am Himmel zu beobachten. Die Venus machte mit dem Jupiter eine sichtbare Konjunktion, das heisst, dass wir die beiden ganz nah beieinander sehen konnten.
Selbstredend sind die Venus und der Jupiter nicht auf der gleichen Umlaufbahn, der Jupiter ist 550-900 Mio km von der Venus entfernt. Die Venus ihrerseits ist ca. 40 Mio km von der Erde entfernt. Der Schönheit dieses Ereignisses tut dies aber keinen Abbruch. Viele Sterngucker und Sternguckerinnen waren begeistert. Sie sicher auch!
Aus astrologischer Sicht, je nach eigenem Horoskop, ist dies eine freundliche Konstellation die uns die Energie gibt unser Leben nach unserem Gusto einzurichten. Vielleicht auch bei ihnen persönlich? In ihrer Familie? An ihrer Arbeitsstelle?
Die positiven Möglichkeiten wären, optimistisch und weitblickend in die Zukunft zu schauen und die eigenen Wünsche kundtun können. Es ist ihnen vielleicht aufgefallen, dass sie besser wussten was ihnen guttut, dass sie in ihren Beziehungen sagen konnten, was für sie bekömmlich und angenehm ist und was sie ändern wollen. Die einfachste Art dies herauszufinden wäre, aufmerksam zu beobachten was sie am liebsten essen, dann wird es möglich, das auch in anderen Bereichen zu tun.
Weltweit wurde der Jupiter in dieser Zeit eher von seiner schwierigen Seite wahrgenommen: grösser werden, reicher werden, immer Recht-haben-wollen und übers Ziel hinausschiessen.
Langsam entfernt sich die Venus vom Jupiter, die Frage aber wird bleiben, was habe ich am liebsten, was tut mir gut? Wie kann ich das erreichen, um mein Leben so gestalten, dass ich glücklich und zufrieden sein kann.
Dazu wünsche ich uns allen viel Erfolg.
Monat August 2025
Liebe Leserinnen und Leser
Wie Sie sicher schon manchmal in meinen Gedanken gelesen habe, fahre ich hin und wieder mit der S-Bahn. Oft ergeben sich nette Gespräche mit Mitreisenden oder ich beobachte sie. Das mache ich gern und übe mich dabei, wertfrei und zugewandt zu bleiben. Auch wenn das manchmal schwierig ist.
Vor ein paar Tagen war es wieder einmal so weit, ich wollte mit dem Zug nach Zürich fahren. Eine Mutter kam mit ihrem etwa vier-jährigen Knaben die Treppe hinauf, aufs Perron. Der Kleine hatte eine Blockflöte im Mund und blies mit voller Puste in das Instrument. Die Flöte kreischte, liess Quitschtöne hören, laut und ohrenbetäubend. Die Leute auf dem Perron schauten erschrocken um, sahen aber, wie ich auch, da ist ja die Mutter dabei, sie wird dem Kleinen schon sagen, wann es genug sein wird. Es geschah aber nichts, der Kleine malträtierte ununterbrochen die Flöte.
«Manuel, hör doch auf».
Diese Aufforderung der Mutter verhallte wirkungslos. Soll ich etwas sagen? Ich schaute die andern an, niemand machte irgendwelche Anstalten etwas zu unternehmen. Nach unendlich langen Minuten hatte auch die Mutter genug. «Komm her, Manuel». Lustlos schlenderte das Kind seiner Mutter entgegen, immer noch die Blockflöte im Mund. Die Mutter nahm ihm unsanft die Flöte weg: was für eine Ruhe auf dem Perron.
Dann machte ich aber grosse Augen und schüttelte den Kopf: Die Mutter gab ihrem Kind statt der Blockflöte ein Plastikgewehr in die Hand. Der Kleine war zufrieden, fuchtelte herum und zielte mit dem Gewehr auf die Mutter. Sie nahm lächelnd den Gewehrlauf in die Hand und führte den von sich weg.
Es blieb ruhig und alle rundherum atmeten auf. Ein junger Mann ging zur Mutter hin, redete ein paar Worte und stieg dann in den Zug. Was er gesagt hat konnte ich leider nicht hören. Ich sah, dass die Frau den Kleinen an die Hand nahm, das Plastikgewehr und die Flöte in die Tasche verschwinden liess und ihre Reise Richtung Zürich antrat.
Nachdenklich stieg auch ich in den Zug: Gewehr gegen Flöte? Oder besser: Töne und Musik gegen Gewalt? Da kommen mir einige uralte Geschichten, biblische und alltägliche in den Sinn! Ihnen auch?
Ich wünsche Ihnen einen angenehm-musikalischen, neugierig-machenden August.
Monat Juli 2025
Liebe Leserinnen und Leser
Kennen Sie Louis Braille, den 16-jährigen Schüler der vor 200 Jahren eine bahnbrechende Erfindung machte? Die Brailleschrift ist in der heutigen Welt so selbstverständlich wie viele andere Schriften. Mit dieser Schrift können blinde Menschen Texte lesen und schreiben.
Louis Braille wurde 1809 in Nordfrankreich als Sohn eines Sattlers geboren. Sein Wissensdurst liess ihn heimlich, schon mit 3 Jahren, in die Werkstatt seines Vaters gehen. Sein Vater, der die Gefahren seiner hochgefährlichen spitzen Werkzeuge kannte, hatte ihm verboten allein in seine Arbeitswelt einzudringen.
Und in dieser Werkstatt geschah dann der schicksalshafte Unfall, als Louis versuchte, das harte Leder zu durchlöchern. Er rutschte mit der Ahle ab und verletzte dabei sein Auge schwer. Weil sich dann das andere Auge auch noch entzündete, wurde er vollständig blind.
Sein Vater konstruierte einen Stock für ihn damit er sich frei im Dorf bewegen konnte. Louis lebte so fast normal weiter und war auch ohne Augenlicht einer der Besten in der Schule.
Mit 10 Jahren durfte Louis nach Paris in die erste Blindenschule der Welt. Dort wurden mit Bleiklötzchen die gängigen Buchstaben in dickes Papier geprägt. Das war allerdings sehr kompliziert zu lesen und die Bücher wurden dadurch sehr schwer.
Louis wurde neugierig, er wollte diese Schrift leichter und einfacher machen. Dabei lernte er die sogenannte Nachtschrift kennen, die Charles Barbiers für die Armee erfand. Das ist ein schwieriges System mit Punkten, die in Karton gestanzt wurden. Louis begann an dieser Methode weiter zu tüfteln und zu knobeln, oft nächtelang, weil er die Schulstunden auf keinen Fall verpassen wollte.
In den Sommerferien 1824 hatte der Junge dann den entscheidenden Einfall.
Der mittlerweile 15-jährige Louis sass in Vaters Werkstatt und drückte mit einer dicken Nadel Punkte ins Leder, angeordnet wie eine 6 auf einem Würfel!
Louis jubelte, der Grundstein seiner Entdeckung war gemacht. Mit diesem Prinzip konnte er 63 Zeichen darstellen. Nach vielen Wirren und Hindernissen wurde die Brailleschrift aber erst 1878 zur offiziellen Unterrichtsschrift weltweit anerkannt.
Louis Braille konnte seinen Erfolg nicht mehr feiern, er starb 1876 an Tuberkulose.
Der 16-jähriger Schüler Louis verhalf so, mit viel Verve und Freude, den blinden Menschen zu einem Zugang zur sehenden Welt. Was für eine Leistung!
Ich wünsche Ihnen eine frohe Ferienzeit mit vielen, interessanten Leseausflügen.
Monat Juni 2025
Liebe Leserinnen und Leser
Haben sie, wie ich, immer etwas Bargeld im Portemonnaie? Auch in dieser Zeit, in der wir (fast) alles digital bezahlen können, habe ich Geld in meiner Tasche.
Ich werde jeweils an der Migroskasse gefragt ob ich mit der Karte zahlen wolle. «Nein», so meine Antwort, «ich zahle von Hand». Die Kassiererin lacht jeweils, und meint, dass doch alle von Hand zahlen würden, meistens mit der Karte.
Die Kassiererin kennt den Ausdruck »Handgeld» wohl nicht. Das Bargeld, das im Portemonnaie, oder in der Manteltasche ist, hat heute immer noch seine Berechtigung.
Ursprünglich ist das Handgeld ein kleiner Betrag, der bei einem mündlichen Vertrag unmittelbar nach dem Handschlag bezahlt wird. An der Kasse ist es mein Zahlungsmittel. Ich kaufe ein und bezahle meinen Einkauf sofort in bar.
Wie wichtig dieses Handgeld ist, habe ich am letzten Donnerstag im Zentrum der Stadt Zürich erfahren. Die ganze Umgebung des Bellevues mit dem gesamten Bahnhof Stadelhofen waren ohne Strom. Die Geschäfte mit den automatischen Türen waren geschlossen, einzig eine Bar, deren Türen manuell zu bedienen sind, hatten Gäste. Das Problem war dort die Bezahlung, und da kommt mein Handgeld zum Zuge. Die Konsumation konnte nur mit Bargeld bezahlt werden, das Zusammenzählen der verschiedenen Getränke musste mit dem Rechner, oder noch besser, im Kopf gemacht werden.
Die Bancomate, die Rolltreppen, die Lifte, die Trams und die Anzeigetafeln der Züge: nichts funktionierte mehr. Die Ansagen der einfahrenden Züge waren noch knapp zu hören, bis auch diese verstummten. Man solle doch bitte die Angaben an den Zügen lesen, bat uns die Stimme aus dem Lautsprecher.
Eine ältere Frau, die mit dem Velo in den Zug wollte, musste ihr Vehikel die Treppe runter- und auf der anderen Seite wieder hinauftragen. Zwei junge Frauen halfen ihr freundlicherweise, so blieben auch die Gegenstände im Korb auf dem Gepäckträger.
Meine Befürchtung, dass die Züge nicht fahren würden, war unnötig. Die SBB hat ein eigenes Stromnetz, zum Glück. Die unangenehme, ein paar Stunden dauernde Situation gab mir zu denken, und machte mich fast froh! Hätte ich nämlich, unüblicherweise, in die besagte Bar gehen wollen, ich hätte das, dank meinem Handgeld in der Tasche, machen können!
Ich wünsche Ihnen einen interessanten, fröhlichen Monat, mit immer etwas Handgeld in der Tasche!
Monat Mai 2025
Liebe Leserinnen und Leser
«Alles neu macht der Mai, macht die Seele frisch und frei.» Kennen Sie dieses alte Kinderlied, das schon 1829 getextet wurde? Die Melodie ist dieselbe wie vom ebenso alten « Hänschen klein».
Haben wir nicht oft die Sehnsucht, dass alles neu würde? Frisch und frei von allen Sorgen und Nöten zu sein? Nun, das wissen wir, so einfach geht es sicher nicht, aber es gibt Möglichkeiten diese Sehnsucht ein bisschen zu stillen.
Es fühlt sich doch irgendwie neu an, wenn wir unseren Kleiderschrank wieder einmal ausgemistet haben, wenn wir die Fenster vom winterlichen Schmutz gereinigt haben und die Wohnung blitzblank glänzend geputzt ist.
In den Frühlingsferien ordne ich die Schularbeitsblätter neu, alle die alt und nicht mehr aktuell sind, gehen weg. Es gibt Platz für neue Materialien und letztendlich auch für neue, weiterführende Gedanken.
Ich habe jedes Mal ein gutes Gefühl, wenn ich diese Aktion gemacht habe. Dann ist alles wie neu, frisch und schön beschriftet, das erfreut meine Seele und meinen Geist.
Dann kommt auch der Körper dran der neu werden will. Er ruft förmlich nach entlastendem Essen. Da könnten wir doch eine gesunde und frische Ernährung gut brauchen! Sie wird unseren Körper leistungsfähiger und munterer machen.
Alle unsere Beziehungen wollen vielleicht auch neugestaltet werden. Wollten wir nicht schon längst mal mit einer Freundin oder einem Freund eine unbekannte Schweizer Stadt besuchen? Neue Ideen und Abenteuer beleben eine Freundschaft und geben ihr interessante Impulse.
So können wir unser Leben etwas erneuern und frischen Ideen Platz machen. Was dann die ganze Welt macht, ob sie neu und besser wird, müssen wir den Mächtigen dieser Erde überlassen, in der Hoffnung, dass sie mit «neu» auch Positives und Menschenfreundliches anstreben werden.
Ich wünsche Ihnen für den kommenden Monat Mai viele neue Gedanken und Taten: damit ihre Seele frisch und frei werden wird.
Monat April 2025
Liebe Leserinnen und Leser
Kennen Sie die älteste Bibliothek in Europa? Das älteste Stiftsarchiv? Die bestdokumentierte Gegend vom Bodensee bis nach St. Gallen?
Wenn nicht, besuchen sie St. Gallen mit dem Stiftsarchiv, der Bibliothek und der Kathedrale.
Die ersten Schriften sind ca. 720 n.Chr. datiert, unzählige Schenkungsurkunden ans Kloster und Heiligen-Geschichten sind anzuschauen: alle von Hand, mit Federkiel geschrieben.
Traditionsmässig besuchte die 3. Oberstufe von Pfäffikon SZ im Frühjahr den Klosterbezirk von St. Gallen.
Die Bibliothek ist bei unserem Rundgang die erste Station. Die ganz aus Holz gebaute Bibliothek zeigt neben den unzähligen Büchern den berühmten Globus und die fast 2600 Jahre alte ägyptische Mumie. Die Teens waren sehr beeindruckt, vor allem wie alt all diese Schätze sind.
Die Frage eines Schülers ob die Mumie wirklich echt sei, liess uns alle einen leichten Gruselschauer über den Rücken laufen! Die Mumie, so die Forscher, war die Tochter eines ägyptischen Priesters. Sie hat sogar einen Namen: Schepenese, geboren zwischen 650-610 vor Chr.
Der Leiter der Führung war ein sehr engagierter, ehemaliger Lehrer. Er nahm die Teens in seine Ausführungen mit, was sehr entspannend und interessant war. Er liess sie sogar «den Mord im Kloster» nachspielen, was uns alle belustigte. Gleichzeitig waren wir beeindruckt, was Forschende alles herausfinden, ist doch dieser Mord wirklich so passiert und dokumentiert. Die Forschenden konnten die Tat aus den Verletzungen eines Skelettes herauslesen.
Mit vielen Informationen ging es am Nachmittag in die Katakomben, in denen die alten Überreste der ersten Bauten ausgestellt sind.
Der älteste Plan eines Klosterbezirkes ist das Bijou in den Kellergewölben.
Mit einer hochtechnischen Anlage wird dieses Pergament, 112 x 77,5 cm gross, vor Licht und Feuchtigkeit geschützt. Einen kurzen Moment lang durften wir einen Blick davon erhaschen. Die ganze Klasse war sehr beeindruckt.
Für die wunderbare barocke Kathedrale hatten wir nur noch wenig Zeit, das wäre dann für eine nächste Exkursion gedacht!
Zufrieden, fröhlich und entspannt traten wir die Heimreise an, die Feedback im Zug zeigten uns interessierte, respektvolle junge Menschen. Ein wunderbarer Lichtblick in diesen anspruchsvollen Zeiten.
Ich wünsche Ihnen einen fröhlichen Ostermonat
Monat März 2025
Liebe Leserinnen und Leser
Wie viele Male lachen Sie im Verlauf des Tages? Die Statistik erklärt uns, dass Erwachsene 15 Mal pro Tag lachen, Kinder mit allen Arten des Lachens, Grinsen, Kichern etc. ca. 400 Mal. Nun, wo ist das Lachen der Erwachsenen geblieben? Anlässlich des letzten Gottesdienstes vor den Ferien beschäftigten wir uns in der Schule mit dem Thema «Lachen».
In der Bibel, so stellen wir fest, wird nicht viel gelacht. Das fröhliche Lachen ist ganz selten, am ehesten in den Sprüchen und den Psalmen. Das ungläubige oder höhnische Lachen wird an einigen Stellen beschrieben, zum Beispiel die Sara die ungläubig lacht, als ihr die drei Engel verkünden, dass sie mit über 70 Jahren einen Sohn gebären würde.
Die Frage, warum Erwachsene weniger lachen als Kinder, konnte die sechste Klasse nicht schlüssig beantworten. Eine Schülerin sagte, ihre Eltern hätten mit ihr und ihrem Bruder gar nichts zu lachen.
Sie hätten Sorgen wegen ihres Bruders, er fände keine Lehrstelle, und sie, Lara schaffe es nicht, in das von ihren Eltern gewünschte Gymnasium.
Es kamen noch einige Meldungen, aber das verlorene Lachen im Laufe des Lebens haben wir nicht gefunden.
«Warum lacht ihr?» fragte ich die SchülerInnen. «Ha», sagte Anna «ich muss lachen, wenn Marco sagt der Himmel ist blau. Ich finde, vor allem mit meinen Freundinnen, immer einen Grund zum Lachen.»
Wie nahe sich weinen und lachen sind, konnte die Klasse selber erfahren. Wir machten ein Experiment:
Ein Schüler oder eine Schülerin erzählen etwas Lustiges, Witze müssen «anständig» sein. Wir anderen dürfen nicht lachen!Es gab eine lustige, lebendige Stimmung in der Klasse. Als Sophie einen Witz übers Sterben im Altersheim erzählte, musste Nils plötzlich weinen, seine geliebte Grossmutter, so erzählte er, sei kurz vor Weihnachten gestorben. Nils wurde liebevoll von seinen Freunden getröstet, die Tränen wurden schnell getrocknet.
Ist es vielleicht mit dem Weinen der Kinder und den Erwachsenen auch so wie mit dem Lachen? Ist mit dem Lachen auch das Weinen verloren gegangen? Mit diesen und anderen nachdenklichen Fragen haben wir die Lektion abgeschlossen, mit dem Wunsch, dass wir viele Lachgelegenheiten in den Ferien haben werden.
Ich wünsche Ihnen einen fröhlichen März mit viel Lachen und Lächeln.
Liebe Leserinnen und Leser,
Ein Monat des neuen Jahres ist vorbei und ich hoffe, dass sie schöne und erfreuliche Erlebnisse geniessen konnten.
Glück, das grosse Wort, überflutet uns fast, bei jedem Jahreswechsel und bei jedem Geburtstag. Dann beginne ich mich, sie sich sicher auch zu fragen, was heisst es Glück zu haben? Kommt es einfach so zu uns, vom Himmel? Von der Firma? Von unseren Liebsten? Mehr Geld? Ferien in fremden Landen?
Sowohl im TV wie im Radio wurden in diesem ersten Monat des Jahres einige Diskussionen und Filme zum Thema «Glück» ausgestrahlt. Sie gaben mir Gedankenanstösse für Gespräche mit meinen Freundinnen und meiner Familie.
Eckhard von Hirschhausen, der grosse Philanthrop, forscht über das Verhalten der Menschen, deren Sorgen und deren Glücksgefühle. Er macht dazu Experimente, führt verschiedene Gespräche, schreibt über seine Beobachtungen und macht ganze TV-Sendungen.
So kam mir Hirschhausen vor ein paar Tagen auf einer meiner Wanderung in den Sinn. Am Strassenrand, im Gras, lag ein 50 Rappenstück ich hob es auf und freute mich sehr drüber. Ich konnte dann mit dieser Münze, am selben Tag noch, die Parkuhr füttern. Nun, so werden sie zu Recht sagen, 50 Rappen? Was ist denn das schon? Das stimmt, es wäre noch toller gewesen eine 50er Note zu finden!
Dazu hat Herr von Hirschhausen Folgendes herausgefunden: das Hormon Serotonin wird in gleichen Mengen ausgeschüttet ob wir 50 Rappen oder 50 Franken finden. Sie können sogar ihre eigene Münze auf den Boden legen, weglaufen und nach einer Weile wieder zurückkommen. Sie «finden» dann die Münze und freuen sich. Dem Hirn ist es egal, ob sie vorher ihre eigene Münze dorthin gelegt haben. Sie haben sie «gefunden», und das ist die Hauptsache. Interessant, oder? Das Lächeln, das dann über ihr Gesicht huschen wird, ist für das Hirn echt! Das Glücksgefühl ist aktiviert.
Im Rückschluss könnte das tatsächlich heissen, dass wir dem Glück in ganz kleinen Sachen auf die Sprünge helfen können. Es geht darum, das Glück zu wollen, dem Glück in unserem Leben einen Platz geben und uns darum zu kümmern. Wir fassen innerlich den Entschluss, glücklich zu sein und handeln aus der tiefsten Seele so, dass das Glück uns tatsächlich besucht.
Wir können jeden Tag üben, unseren Entschluss des Glücklichseins zu wollen nähren und versuchen uns an kleinen Dingen zu freuen.
Ich wünsche Ihnen im kommenden Monat viele glückliche Momente.
Monat Januar 2025
Liebe Leserinnen und Leser
Kennen Sie die Amaryllis? Was für eine wunderbare Pflanze! Eine unscheinbare, bräunliche Knolle mit einem kleinen oder grösseren, grünen Trieb liegt in den Regalen verschiedener Geschäfte zum Kauf parat.
Ich wähle diese Knolle als ein Symbol für das kommende Jahr. Die Pflanze macht aus sich heraus eine prächtige rote oder weisse Blüte. Sie braucht nichts, keine Erde und kein Wasser. Im Wohnzimmer oder irgendwo in der Wärme wächst sie ohne Aufhebens ihrer Bestimmung entgegen: sie wird blühen.
Sie braucht ihre ganze Kraft, die sie im Laufe ihres Pflanzenlebens in ihrer Knolle gespeichert hat, sorgfältig und langsam für ihr Wachstum.
Es dauert einige Wochen bis sie ihre schönen Blüten zeigen kann, zur Freude von uns allen.Wie die Konstellationen in den kommenden fünf Monaten des 2025 sind, könnten wir uns auch wie eine Amaryllis verhalten.
Die persönlichen Planeten, Mars, Venus und Merkur werden nacheinander rückläufig. Der Mars ist noch bis zum 25.Februar rückläufig, die Venus beginnt am 3. März ihre Rückläufigkeit und der Merkur am 16. März. Für all die Entsprechungen dieser drei, gilt eine Zeit des Langsamer- Werdens und des In-sich-gekehrt-seins.
Wir werden vieles überdenken wollen und uns an alte Geschichten erinnern. Neue Projekte zu starten sind in dieser Epoche sicher erschwert, es ist noch nicht alles durchgedacht und noch nicht alles auf dem Tisch. Alte Konflikte können bereinigt und korrigiert werden, wir können uns von Altlasten befreien und sind so bereit für Neues.
Wir werden uns also die Hilfe aus unserem Inneren holen und unsere inneren Kräfte der Welt und uns zur Verfügung stellen. Wir werden unser vergangenes Verhalten überdenken, innehalten und spüren: Was brauche ich? Was gefällt mir? Was ist nötig zu ändern und zu erledigen. Es wird alles mehr Zeit brauchen, als wir es uns wünschen, umso schöner aber wird unsere Blüte, unser Erfolg und unser Ertrag sein.
Schauen Sie sich eine Amaryllis genau an, verfolgen sie deren Wachstum und deren Erblühen. Es ist ein Wunder, dass aus so einer kleinen Knolle eine so tolle, phantastische Blüte wächst: Ohne Wasser und Erde, aus ihrer eigenen Kraft.
Ich wünsche Ihnen ein Jahr voller Wunder, bei denen sie aus sich heraus, wartend und geduldig, Erfolge, schöne Begegnungen und Ereignisse feiern können. Dazu wünsche ich ihnen viel Glück und die Gabe die Wunder dann auch zu sehen.